Petra Mühlenstädt

Der Kranke auf der Hebebühne

In diesem Buch soll die Apparatemedizin nicht pauschal verteufelt werden. Es wird nur klargestellt, dass sie ihre Mängel hat, was den Umgang mit den Patienten angeht. Dass dabei auch Teile des deutschen Gesundheitssystems und der immer mehr wuchernden Bürokratie auf den Prüfstand kommen, ist nur allzu logisch. Eins geht nicht ohne das Andere. Dieses Buch ist keine empirische Erhebung und erhebt selbst keinen Anspruch auf Absolutheit und Vollständigkeit.

Es zeigt - und das vielleicht nicht immer objektiv, da es sich hier um selbst Erlebtes handelt - Mängel an konkreten Beispielen auf.
Diese Beispiele sind - zumindest in sich unterscheidenden Teilbereichen - übertragbar. Krankenhäuser, Ärzte und Pflegepersonal unterscheiden sich deutschlandweit nicht wesentlich voneinander, von einigen Promi-Kliniken und Privatstationen vielleicht abgesehen.
Hier geht es aber darum, wie die breite Masse im Falle eines schweren Leidens behandelt wird und welche bürokratischen Hemmnisse dabei zu überwinden sind. Kliniken und Krankenhäuser müssen heute gewinnorientiert, wenn nicht sogar gewinnmaximiert, arbeiten. Der Kosten- und Termindruck ist immens.
Wer - trotz guter Heilungschancen und dem durchaus anerkennenswerten Bemühen der Ärzte, Pfleger und Schwestern - auf der Strecke bleibt, ist der Patient als Mensch.
Das eine tun, ohne das andere zu lassen - das sollte die Maxime sein, die derzeit nur ansatzweise und teilweise gar nicht erreicht wird.

Wir hoffen, Denkanstöße geben zu können.

Claudia Hübner und Rainer U. Liersch